Es ist eigentlich eine Geste der Gastfreundschaft: Für die 10 000 Olympioniken, die Peking derzeit berherbergt, haben die Gastgeber im gesamten Olympischen Dorf Glasschüsseln aufstellen lassen. Darin zu finden sind neben Knabbereien, Schokolade und Gummibärchen etwas eher Unerwartetes: Kondome, und das in Massen!
Pro Athlet stehen für den durchschnittlichen Aufenthalt von sechs Tagen zehn Kondome zur Verfügung, das macht also insgesamt 100 000 Kondome. Durchaus verwunderlich im ansonsten von Disziplin und Moral geprägten China. Steht dieses "Geschenk" im Zusammenhang mit so manchem recht schlaffen Auftreten der Athleten?
Doch wie kommt die Maßnahme zur "Erwachsenengesundheit" bei den deutschen Athleten an? Turner Fabian Hambüchen, der gerne nach den Knabbereien und Gummibären greift, ist bei den Kondomen eher zurückhaltend. Schließlich würden andere Athleten, die sich im Olympischen Dorf befinden, ja auch sehen, wenn man sich freimütig bediene. Ein verschmitztes Grinsen stelle sich dann auf den Gesichtern der Sportler ein. Dennoch begrüßt Hambüchen die Versorgung, wenngleich er für sich im Moment "keinen Bedarf" feststellt. Obwohl bereits Konfuzius zum Maßhalten aufrief und die volle Konzentration auf die Wettkämpfe sicherlich löblich ist, hätte Hambüchen die Enthaltsamkeit vielleicht doch noch mal überdenken sollen. Denn immerhin blieb er hinter den Erwartungen zurück und ergatterte lediglich eine Bronzemedaille.