Youporn - wer steckt dahinter?
Youporn ist eine Internetseite zum Austausch pornografischer Filme, vor allem Filmausschnitte, die seit August 2006 online ist. Vorbild des Seitenkonzepts ist die bekannte Video-Website Youtube.com. Nach Angaben des Internet Services Alexa ist Youporn mittlerweile auf Position 32 der am häufigsten abgerufenen Homepages weltweit. In Deutschland nimmt Youporn bereits Position 15 ein (Stand März 2008).
Die Betreiber der Website Youporn sind nicht bekannt; vermutlich ist der Unternehmenssitz in Kalifornien/USA oder Deutschland.
Wie Ihr vielleicht schon wisst, ermöglicht Youporn Usern,
Sexvideos ohne ausführliche Registrierung hochzuladen, welche nach redaktioneller Prüfung und Konvertierung in das Flashformat innerhalb von wenigen Tagen in der Regel online freigegeben werden. Die Website kann auf Keywords durchsucht werden. Die Videos enthalten Filmausschnitte aus kommerziellen Sexfilmen und Amateuraufnahmen.
Darüber hinaus bietet Youporn Chaträume,
Sexcams, Sexblogs, Sexkontakte sowie spezielle Seiten etwa 'youporncocks' an. In 'Youporn Videobox' können Pornofilme gegen Entgelt bezogen werden. Youporn finanziert sich vermutlich durch Werbepartner aus der Pornobranche und aus dem Sexdating-Geschäft. Relativ neu ist die Möglichkeit auf youporn das Casino 'youspades'. In diesem Online-Kasino können User Black Jack, Spielautomaten (Einarmige Banditen), Poker, Roulette, etc. spielen.
Youporn-Gerüchte
In 12/2005 wurde die Internetadresse von Youporn von einem Unternehmen in Kalifornien/USA registriert. Auf der Website selbst ist nur eine Mail-Adresse als Kontaktaufnahmemöglichkeit angegeben. Da die Website aus Kalifornien betrieben wird, gilt kalifornisches Recht, das im Gegensatz zum deutschen Recht die Einrichtung eines Impressums nicht verlangt. Im Herbst 2007 berichtete der Pornoproduzent Vivid Entertainment/USA, dass sich im Mai desselben Jahres ein gewisser Stephen Paul Jones an Vivid gewandt habe und aussagte, er besäße Youporn zusammen mit seinem Partner Zach Hong, einem Malaysier, welcher in Australien lebe. Seine Geschäftsanteile wolle er für 20 Mio. US-Dollar veräussern. Später revidierte Stephen Paul Jones seine Aussage und behauptete angeblich, dass Youporn aktuell von einem Deutschen geführt werde.
Youporn-Sperrungen in 2007
Seit 04/2007 wird Youporn von Google.de nicht mehr aufgeführt. Zwischen dem 11. und 17.09.2007 sperrte der deutsche Provider Arcor den Zugriff auf Youporn für alle seiner knapp 2,5 Mio. Kunden komplett. Nach Aussage des Providers erfolgte dieser Schritt freiwillig auf die Aufforderung eines Pornofimhändlers hin mit der Begründung, Youporn verstieße gegen bundesdeutsches Recht zum Jugendschutz, weil ein Zugriff auf die Website ohne ausreichenden Altersnachweis zu einfach möglich wäre. Die Sperrung wurde wieder zurückgenommen, nachdem es offensichtlich wurde, dass durch die Sperrung der IP-Adresse auch viele weitere Websites ohne pornografischen Content betroffen waren.
Am 19.10.2007 erreicht die Firma Kirchberg vor dem LG Frankfurt a. M. eine einstweilige Verfügung, nach der Arcor den Zugriff zu Youporn verhinden muss; Arcor setzte daraufhin diese Blockierung mittels DNS-Manipulation um. Danach gingen weitere Abmahnungen gegen 19 deutsche Provider, welche sich jedoch weigerten Zugangssperrungen einzurichten; daraufhin wurden einstweilige Verfügungen gegen Tele2 und KielNET beantragt, um diese Anbieter wie schon zuvor Arcor zur Aktivierung einer Zugangssperre zu bewegen. Am 23.11. lehnte das LG Kiel die einstweilige Verfügung mit der Begründung ab, die Bereitstellung eines Netzzugangs sei inhaltsneutral und KielNET sei somit nicht für den Content von Internetseiten verantwortlich. Der Wettbewerber Arcor bechloss am Tag zuvor, gegen die einstweilige Verfügung vorzugehen, weil man nicht als einziger Anbieter zur Sperrung verpflichtet sein wollte. Am 12.12. wies auch das LG Düsseldorf den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Privider Tele2 zurück und verneinte eine Verkehrssicherungspflicht von Providern. Youporn konnte somit wieder von jedem User in Deutschand abgerufen werden.