Es gibt die Bier-Partei, die Nullbock-Partei und die Partei der Nichtwähler. Daher sollten uns schrille Kandidaten und abstruse Programme eigentlich nicht mehr überraschen - doch folgende Meldung aus Australien tut es vermutlich doch: "Down Under" hat sich nun nämlich die erste offizielle Sex-Partei gegründet. Ihr Ziel: Der wachsenden Prüderie und moralischen Bevormundung Einhalt zu gebieten.
Hinter der Organisation, die am Rande einer Melbourner Pornomesse ("Sexpo") vorgestellt wurde, steht die Sex-Industrie Australiens, die die zunehmend konservative Ausrichtung des Landes anprangert. Politiker müssten, so die Devise, offen über Sex sprechen können, ohne sich dafür schämen zu müssen. Außerdem macht sich die Vereinigung für eine Verbilligung von Potenzmitteln stark. Auch die staatliche Zensur von Sexszenen im Internet stellt die Partei infrage.
Hintergrund des Vorhabens sind Pläne der australischen Regierung, wonach eine fünfstellige Zahl an Pornos durch einen speziellen Internetfilter blockiert werden soll. Die Sex-Industrie befürchtet durch diese Maßnahme den Verlust von bis zu 16.000 Arbeitsplätzen. Ob das ungewöhnliche Vorgehen der Branche hilft, das Gesetzesvorhaben zu stoppen, entscheidet - der Wähler!