Es war schon immer so: Aus den USA kamen die Trends, und Deutschland übernahm sie mit einiger Verzögerung. Warum sollte dies in der Pornoindustrie anders sein? Letzte Woche hatten wir darüber berichtet, wie die amerikanischen Sexunternehmen um Staatshilfe wegen der Finanzkrise baten (siehe
http://www.gina-erotic.com/blog/archives/60-Finanzkrise-Bekommt-jetzt-auch-die-Pornoindustrie-Hilfe-vom-Staat.html). Nun ziehen die deutschen Kollegen nach - und verlangen vom deutschen Staat ebenfalls eine Finanzspritze.
Nach Angaben des Bundesverbandes Erotik-Handel besteht die Branche hierzulande hauptsächlich aus kleinen Unternehmen oder Mittelständlern. Sie könnten die staatliche Unterstützung gut gebrauchen und sie unter anderem für die Schulung ihrer Mitarbeiter nutzen.
Die 365 Mitglieder des Verbandes setzen sich unter anderem aus Großbetrieben, Pornoproduzenten und Ladengeschäften zusammen. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise haben vor allem die Filmehersteller zu leiden. Ein womöglich noch größeres Problem aber stellt nach Angaben des Branchenvertreters das Internet dar, welches durch seine kostenlosen Angebote die kommerziellen Anbieter immer mehr verdränge.
Genauere Angaben über die Höhe der benötigten Staatshilfen machte der Verband im Gegensatz zu seinem amerikanischen Pendant nicht. Dort war eine Hilfe von 5 Milliarden US-Dollar ins Gespräch gebracht worden. Die Bilanz aller beiden Anfragen aber sieht bislang negativ aus: Weder in Washington noch in Berlin wurden Forderungen kommentiert.