Eigentlich sollte man meinen, die gängigen Formen des Streiks zu kennen: Arbeitsniederlegungen etwa bei Forderungen nach höheren Löhnen oder Protestaktionen vor geplanten Stellenstreichungen. Neu aber dürfte sein, wie die Frauen in dem türkischen Dorf Kicaköy nun ihren Unmut zum Ausdruck bringen: Seit einiger Zeit sind sie nämlich in den Sexstreik getreten.
Dass sie ihre aufgebrachten Männer nicht mehr ranlassen, hat aber einen ganz einfachen Grund: In der Provinz Mersin herrscht Wassermangel. Da es seit Monaten nicht mehr geregnet hat, trocknen immer mehr Brunnen einfach aus. Dies hat zur Folge, dass die Frauen oftmals mehr als zehn Kilometer bis zur nächsten Trinkwasserquelle laufen müssen. Der Transport der schweren Wasserkanister ist also alles andere als leicht. Doch nach wie vor weigern sich die Männer, ihren Frauen Hilfe zu leisten. Im Gegenzug wollen die türkischen Frauen ihren Partnern nun den Sex verweigern.
Politiker fürchten schon Konsequenzen aus dem Sex-Entzug: Viele Ehen seien bedroht, wenn die Frauen ihren Protest nicht bald schon wieder einstellten. Die Beteiligten sind nun aufgerufen, Lösungen zu finden, damit nicht nur die Quellen wieder sprudeln, sondern auch die Erotik wieder Einzug hält.