Sie gilt als eine der reichsten und mächtigsten Frauen Deutschlands: Susanne Klatten, Tochter der Unternehmerfamilie Quandt (BMW), wurde Opfer einer hinterhältigen Erpressung. Es geht dabei um Millionen.
Medienberichten zufolge soll die 45-jährige von ihrem Liebhaber Helg S. getäuscht worden sein. Der Schweizer, mit dem Klatten dem Anschein nach regelmäßig in Luxushotels verkehrte, hatte die Treffen der beiden heimlich gefilmt und damit gedroht, das Videomaterial der Öffentlichkeit zuzuspielen. Seine Forderung: 7,5 Millionen Euro oder der Gang zur Presse.
Bereits Anfang dieses Jahres hatte die Familie Quandt den Schweizer aus diesem Grund wegen Erpressung angezeigt. Daraufhin wurde Helg S. im Sommer 2008 von deutschen und italienischen Behörden verhaftet. Seither muss er sich in Deutschland wegen Betrugs verantworten. Das Pikante: Zunächst hatte der Erpressungsversuch Früchte getragen. Klatten überwies den geforderten Betrag, doch S. war dies nicht genug: In einer zweiten Forderung verlangte er spektakuläre 40 Millionen Euro.
Was aus dem Komplizen des Schweizer Liebhabers wird, ist bis dato unbekannt. Der Gehilfe von S. hatte die Schäferstündchen des Liebespaares zumeist vom Nachbarraum des Hotelzimmers mit versteckten Kameras aufgezeichnet. Auch gegen ihn wurde von den italienischen Polizeibehörden Haftbefehl erlassen.
Der Fall wurde erst jetzt bekannt, weil italienische Polizeibehörden unnachsichtig mit der Causa Klatten umgingen und die Geschichte an die Öffentlichkeit drang. Klatten dürfte dabei nur eines von vielen Opfern sein. S. und sein Komplize haben nach Angaben der Polizei bereits ein langes Strafregister und trieben ihr Unwesen in ganz Europa. Im Falle der Quandt-Erbin aber könnte die Tat mehr als finanzielle Motive gehabt haben. Informierte Kreise schließen nicht aus, dass es sich auch um einen Racheakt gehandelt haben könnte. Die Rolle der Quandts während der NS-Zeit ist nämlich weiterhin Objekt großer Kontroversen.